Briefing 2018

Fronius schreibt im Rahmen von Industry meets Makers 2018 zwei verschiedene Briefings aus. Dieses Briefing von der Fronius Business Unit Perfect Welding bezieht sich auf das Thema "Dezentralisierung der Datenkommunikation von Fronius-Schweißsystemen". Das andere Briefing beschäftigt sich mit dem Thema "Wo ich bin - dort ist auch meine Energie" und wird von der Business Unit Solar Energy beigesteuert. 

Ausgangslage

Die derzeitige Netzwerktopologie von Maschinen in der Fertigungs- und Produktionsindustrie basiert auf Server-/Client-Systemen. Diverse Funktionen solcher Systeme werden über zentrale Server abgebildet. Durch diese Topologie entstehen hohe Kosten durch Anschaffung und Betrieb der Server, regelmäßige Backups sind notwendig, Ausfallsicherheit muss durch Redundanz geschaffen werden, sowie geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um eventuellen externen Angriffen, aber auch menschlicher Fehlbedienung, entgegenwirken zu können.

Ein konkretes Beispiel für ein solches Serversystem stellt die Fronius WeldCube dar, welche im links stehenden Video näher erläutert wird. 

De facto sind in unseren heutigen Schweißsystemen leistungsfähige Prozessoren im Einsatz, die bereits mit sehr hohen Rechenleistungen, Speicherkapazität und ausgeprägter Connectivity (LAN, WLAN, etc.) ausgestattet sind, und nicht zur Gänze genutzt werden. Als Betriebssystem kommt Embedded Linux zum Einsatz.

Aufgabenstellung

Am Beispiel von Schweißsystemen, die als Cluster einen automatisierten Produktionsprozess darstellen, soll die Möglichkeit erörtert werden, diese zentrale Server-/Client-Topologie durch ein dezentrales Netz zu ersetzen, in dem die einzelnen Geräte in direkter Weise untereinander kommunizieren. Aus der Vorgabe eines effizienten Produktionsprozesses ergibt sich die Erfordernis, dass jedes einzelne Schweißsystem in Kenntnis der Betriebszustände aller anderen Systeme ist.

Die bisher durch eine zentrale Architektur gesteuerten Dienste sollen in diesem dezentralisierten System nach wie vor gewährleistet sein. Die Implementierung folgender Funktionalitäten soll Berücksichtigung finden:

  • Verwaltung der Benutzer und der vergebenen Lizenzen (Floating Licenses).
  • Die Authentizität der Daten und Entitäten im dezentralen System müssen gewährleistet sein.
  • Es soll eine lückenlose und manipulationssichere Dokumentation zum Zwecke der Qualitätssicherung ermöglicht werden, aus der die produktionsspezifischen Daten des Herstellungsprozesses wie Einstellungsparameter, Kennlinien etc. selektiv einsehbar sind.
  • Es müssen Maßnahmen getroffen werden, die die Möglichkeit von Datenverlust und Datenmanipulation ausschließen, ähnlich einem Backup System.
  • Es sollen Dienste wie „Pay Per Use“ mit entsprechender Verrechnungs- und Contracting-Software ermöglicht werden.
  • Eine dezentrale Vernetzung nicht nur innerhalb eines abgegrenzten Gebietes (Werkshalle), sondern auch auf globaler Basis wäre vorteilhaft.

Als Output soll zunächst eine detaillierte Ausarbeitung von Use Cases und User Stories erfolgen. In weiterer Folge soll in Form eines Proof of Concepts die Funktion, sowie Industrietauglichkeit und Skalierbarkeit des dezentralen Systems gezeigt werden. Die Einbeziehung bereits entwickelter Plattformen, wie z.B. der World Wide Stream (WWS) von Nokia, welche im Rahmen des IMM Programms 2018 zur Verfügung gestellt wird, wäre durchaus möglich.

Support, Leistungen und Perspektiven

Ausgehend von einer kurzen Briefing-Präsentation im Rahmen des Kick-Off Events am 21. März in Wien, werden bei Bedarf für interessierte Makers interne Workshops mit Experten aus unseren verschiedenen Produktdomänen angeboten.

Je nach möglichen Ideeansätzen zur Durchführung stellen wir Mentoren aus dem Produktmanagement mit entsprechenden Erfahrungen aus der Praxis, Kundensichtweise und / oder Technik für Zugang zu Daten und Schnittstellen zur Verfügung; sofern erforferlich auch notwendige Fronius-Hardware für Prototyping. Die Kommunikation erfolgt nach Bedarf. Bei einem erfolgreichen und überzeugenden Proof of Concept sind langfristige Perspektiven zur Weiterentwicklung durchaus möglich.

Ansprechpartner

Die Hauptansprechpartner für das Projekt sind Christian Krell und Manfred Wittmann.

BRIEFING-PITCH BEIM KICK-OFF (21.3./18.00)

Achtung: Das ist vorerst nur eine Einbettung unseres Facebook-Live-Streamings. Das Material in höherer Qualität kommt bald. Hier steht die Präsentation zum Download bereit. 

Nächste Aktivitäten

Ein Termin für das nächste Kleingruppentreffen wird in Kürze bekannt gegeben.

Aktivitäten, die schon stattgefunden haben


Über FRONIUS

Unternehmensportrait

Fronius International ist ein im Raum Zentraloberösterreich ansässiges Familienunternehmen mit weltweit mehr als 4000 Mitarbeiter. Neben seinem österreichischen Firmensitz betreibt Fronius Standorte in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Australien. Fronius betreibt drei Business Units, Perfect Welding, Perfect Charging und Solar Energy. Als Unternehmen in einem vorwiegend technologiegetriebenen Umfeld haben wir das starke Bestreben neue Technologiefelder zu ermitteln, zu analysieren und zu adaptieren.

Die Business Unit Perfect Welding

Bereits seit 1950 entwickelt Fronius in der Business Unit Perfect Welding Schweißtechnologien und Systemlösungen für das Lichtbogenschweißen und das Widerstands-Punktschweißen. Dabei treiben wir den Fortschritt in der Schweißtechnik-Branche maßgeblich voran und gelten heute als weltweiter Technologieführer im Marktsegment der Lichtbogen-Schweißtechnik. Mit unseren innovativen Entwicklungen ermöglichen wir Anwendungen, die zuvor als undenkbar galten – etwa das thermische Fügen von Stahl und Aluminium. Die Produktpalette der Business Unit Perfect Welding umfasst manuelle und automatisierte Schweißgeräte und Komplettsysteme sowie die dazugehörigen Dienstleistungen.

Mehr Details auf www.fronius.com und www.fronius.com/de/schweisstechnik